Türalihus 1

, Valendas GR

Das barocke Bürgerhaus mit markantem Treppenturm steht mitten im historischen Dorfkern des Bündner Bergdorfes Valendas. In verschiedenen Bauphasen wurde der Ursprungsbau von 1485 erweitert, aufgestockt und mit einem Treppenturm (Türali) ergänzt, nach welchem das Haus benannt wurde.

Verfügbarkeit

Ab (pro Woche)
992.-
4 Personen
2 Schlafzimmer
Öffentlicher Parkplatz
erlaubt
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Beschreibung & Geschichte

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  1. Das Türalihus vor der Restaurierung im Jahr 2011.
  2. Das Türalihus in einem alten Stich in der Mitte des Bildes.

Selbstbewusst steht das stattliche Haus mit seinem charakteristischen Treppenturm an der Hauptstrasse von Valendas, wo sich auch die übrigen Herrschaftshäuser der wohlhabenden Bürgerfamilien vergangener Tage befinden. Es erzählt mit seinen zahlreichen Spuren von der Geschichte, als einige Dorfbewohner als Zuckerbäcker und Söldner zu Reichtum gelangten. Dabei ist nicht nur das Äussere mit dem markanten Treppenturm, sondern auch das Innere des Türalihuses mit seinen prächtigen Täfern und seiner historischen Ausstattung einzigartig. So befindet sich in der Wohnung im ersten Obergeschoss, gegen die Strasse hin, eine Stube mit floralen Motiven und einem wuchtigen Turmofen.

Laut der Untersuchung durch die Bündner Denkmalpflege gab es unzählige Besitzerwechsel, bevor der bekannte Flimser Architekt Valerio Olgiati das seit Jahrzehnten leerstehende Haus 2007 an die Stiftung Ferien im Baudenkmal veräusserte. 1973 hatte sein Vater Rudolf Olgiati das Haus von einer ansässigen Dame erstanden. Wird die Besitzergeschichte weiter in die Vergangenheit zurückverfolgt, zeigt sich, dass sich die Bürgerresidenz vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis 1941 im Besitz der grossbürgerlichen Familie «von Marchion – von Arms» befand. Ihr Wappen ziert bis heute die Esszimmerwand im zweiten Obergeschoss.

Die von der Stiftung in Auftrag gegebene und von den Architekten Capaul & Blumenthal umgesetzte Restaurierung des Baudenkmals wurde 2014 abgeschlossen. Dabei galt es, die originale Bausubstanz und den einzigartigen Charakter des Hauses zu erhalten. So zeugen noch heute die zwei Lagerkammern im hinteren Teil des Hauses, in denen sich heute die Schlafzimmer befinden, die ausgetretenen Steinstufen, die russgeschwärzten Steinwände in der alten Küche sowie bemalte Täfer und ein Ofen in der Stube von der Erbauerzeit. Mit dem modernen, eigens für das Türalihus angefertigten Küchenmobiliar, dem zeitgenössisch ausgestatteten Badezimmer und der Möblierung mit Schweizer Design-Klassikern entstand ein überzeugendes Nebeneinander von Historie und Gegenwart.

Das Türalihus ist im Besitz der Stiftung Ferien im Baudenkmal.

Baukulturelle Besonderheiten

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  1. Die Stuben wurden in der letzten Umbauphase um 1775 mit Täfer ausgekleidet. Neben den reichen Profilierungen des Täfers beeindrucken besonders die Bemalungen an der Decke mit ihren floralen Motiven. Die Restauratoren strichen die Oberfläche des Turmofens nicht neu, sondern konservierten die vorgefundene, abgenutzte Patina des Ofens.
  2. Die unterschiedlichen Putzschichten der Fassade brachten im Frühjahr 2010 eine Fülle an neuen Erkenntnissen über die Baugeschichte ans Licht.

Der 1485 erstellte Ursprungsbau des Türalihuses bestand aus einem rechteckigen Wohnhaus mit aufgemalten Eckquaderimitationen und einem Satteldach über drei Geschossen. Dass der Baukörper einst freistand, lässt sich dank eines erhalten gebliebenen Fensters in der ursprünglichen Nordwand belegen, das sich nun im Hausinnern befindet.

An der Nordseite entstand wenig später ein erster Erweiterungsbau mit einem gemauerten Erdgeschoss und einer Riegelkonstruktion. Es wird vermutet, dass der Ursprungsbau um 1554 durch ein externes zweigeschossiges Treppenhaus ergänzt wurde. Diesem turmartigen Treppenhaus verdankt das Türalihus fortan nicht nur seinen herrschaftlichen Charakter, sondern auch seinen wohlklingenden Namen (Türali = Türmchen).

Die heute sichtbare Gestalt des Hauses stammt vom barocken Umbau 1775, als das Haupthaus und der Treppenturm um eine weitere Etage aufgestockt wurden. In dieser Zeit entstanden auch die herrschaftlichen Fassadenmalereien und Verzierungen, wie die vorgeritzten Ecklisenen. Das Innere des Hauses wurde damals mit prächtigen Stuben mit bemaltem Täfer und gemauerten Öfen ergänzt.

INFORMATIONEN ZUR FERIENWOHNUNG

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  1. Grundriss erstes Obergeschoss

Im Türalihus befinden sich zwei Ferienwohnungen – das Türalihus 1 im Untergeschoss für vier Personen und das Türalihus 2 im Obergeschoss für sieben Personen – die einzeln oder zusammen gemietet werden können. Beide Wohnungen sind mit modernen Küchen- und Sanitäreinrichtungen ausgestattet und mit Schweizer Designklassikern möbliert. Dabei entstand eine reizvolle Kombination aus Geschichte und Gegenwart. Für die Ausstattung verantwortlich war Karin Briefer von Selected Interiors. Unser herzlicher Dank gilt auch den Firmen Horgen Glarus und Lehni AG.

Die Ferienwohnung Türalihus 1 im ersten Obergeschoss, beherbergt die kleinere Wohneinheit für vier Personen. Gegen die Strasse hin befindet sich eine Stube mit floralen Motiven und einem wuchtigen Turmofen. Die Raumeinteilung wurde original beibehalten und Böden, Täfer, Malereien sowie der Ofen wurden sorgfältig konserviert. Die Küche wurde unter Beibehaltung der alten Feuerstelle mit modernen Einrichtungen und einer eigens für das Türalihus konzipierten Kochinsel ergänzt. Auch ein geräumiges Badezimmer wurde eingebaut. Die beiden Schlafkammern mit je einem Doppelbett befinden sich in den ehemaligen Lagerräumen im hinteren Hausteil.

Das Türalihus ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können.

Personen: 4 (plus ein Kind bis 2 Jahre)

Zimmer: 2 Doppelzimmer, Babybett und -stuhl auf Anfrage.

Saison: Ganzjährig

Kurzferien: Nebensaison, Ostern, Pfingsten und Auffahrt (mind. 3 Nächte)

Höhe: 820 m ü. M.

Haustiere: Auf Anfrage erlaubt

ÖV: Die Bushaltestelle befindet sich in 20 m Entfernung vom Baudenkmal.

Parkplatz: Der öffentliche, kostenlose Parkplatz ist etwa 150 m vom Haus entfernt (oberhalb des Dorfes). Die Parkplätze sind nicht gedeckt. Die Zufahrt zum Haus ist gewährleistet. Das Gepäck oder Einkäufe können vor dem Haus ausgeladen werden.

Aussenbereich: Keine

WLAN: Ist nicht vorhanden. Sie können aber das WLAN vom Gasthaus am Brunnen nutzen. Bitte fragen Sie im Gasthaus nach dem Passwort.

Heizung: Zentralheizung in den Räumen

Ofen / Cheminée: Turmofen in der Stube. Holz ist vorhanden

Küche: Schraubkaffee mit Pulver, Espressomaschine, keine Geschirrspülmaschine, Fondue-Set vorhanden

Extras: Sie teilen das offene Treppenhaus mit der oberen Ferienwohnung. Die beiden Wohnungen können auch zusammen gemietet werden (maximal 11 Personen). Die Böden bestehen aus Stein und Holz, weshalb wir gute Hausschuhe empfehlen.

Lage

Türalihus, Hauptstrasse, 7122 Valendas

Lage

Valendas liegt auf einer Terrassenlandschaft am rechten Vorderrheinufer zwischen 635 und 2605 m.ü.M. Zusammen mit den idyllischen Weilern Carrera, Brün, Dutjen und Turisch sind es rund 300 Menschen, die an diesem schönen Flecken Erde leben. Das Dorf, mit dem grössten Holzbrunnen Europas, steht teilweise unter Heimatschutz.

Geschichte

Ursprünglich als romanische Siedlung erbaut, kamen im späten Mittelalter Walser als Einwanderer aus dem Rohnetal und besiedelten nach und nach die Region. Nach der Pestepidemie um 1600 wurde Valendas gänzlich deutschsprachig. Ab dem 16. und 17. Jahrhundert kam es im Bauerndorf zu einer ungewöhnlichen Häufung von herrschaftlichen Geschlechtern. Das Erscheinungsbild des Dorfes wurde durch stattliche Bürgerhäuser der lokalen Ämterfamilien wie den Casutts oder Marchions geprägt.

Ausflüge

Valendas ist ein perfekter Ausgangsort für Wanderungen und Ausflüge wie zum Beispiel zur Riunalta-Reihnschlucht. Wintersportler erreichen das Skigebiet Laax in nur 20 Autominuten vom Baudenkmal. Wir empfehlen eine Dorfführung in Valendas bei der Sie die Baukultur und Geschichte des Bergdorfes hautnah erleben können.

Auszeichnungen

Auszeichnung für «gute Bauten» in Graubünden (07.11.2017)

Zum fünften Mal seit 1987 wurde in Graubünden eine Auszeichnung für gute Bauten verliehen. Geehrt werden Bauherrschaften, die durch ihre Baugesinnung zu einer besseren baulichen Umwelt in der Region beigetragen haben und deren Projekte der Öffentlichkeit gegenüber als Vorbild einer hohen Bauqualität bewertet werden können. Die Jury einigte sich auf sechs Auszeichnungen, darunter das Gasthaus am Brunnen und das Türalihus in Valendas.

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Auszeichnung für «Umgang mit denkmalwürdiger Bausubstanz» der Wüstenrot Stiftung (25.10.2017) 

Der alle zwei Jahre ausgeschriebene Gestaltungspreis der gemeinnützig tätigen Wüstenrot Stiftung wurde 2017 dem «Umgang mit denkmalwürdiger Bausubstanz» gewidmet. Insgesamt 748 Einsendungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz folgten dem Aufruf. Eine Auszeichnung erhielt unser von Capaul & Blumenthal Architects revitalisiertes Türalihus in Valendas.

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Auszeichnung «Constructive Alps 2015» (30.10.2015)

Im Rahmen der Dorfrevitalisierung von Valendas, wurde das Türalihus mit dem zweiten Preis des „Constructive Alps 2015“, dem Architekturpreis für nachhaltiges Sanieren und Bauen in den Alpen ausgezeichnet.

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Erleben