Stüssihofstatt

, Unterschächen UR

Die Stüssihofstatt stammt aus dem Jahr 1450 und ist damit eines der ältesten Bauernhäuser des Kantons Uri. Dass der zweigeschossige Blockbau mit flachem Satteldach bis heute so unverändert überdauert hat, ist aussergewöhnlich.

Verfügbarkeit

Ab (pro Woche)
863.-
8 Personen
4 Schlafzimmer
Parkplatz
erlaubt
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Beschreibung & Geschichte

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  1. Historische Aufnahme von Unterschächen. Die Stüssihofstatt ist am rechten Bildrand zu sehen.
  2. Die Stüssihofstatt vor der Restaurierung im Jahr 2014

Zwischen September 1450 und April 1451, so sagen es die dendrochronologischen Untersuchungen, wurden die Fichten geschlagen, aus denen man die spätmittelalterliche Stüssihofstatt zimmerte. Wie damals üblich, wurde das ganze Holz saftfrisch verarbeitet. Bis heute befindet sich das Baudenkmal von der Schwelle bis zum Firstbalken im Zustand des Urbaus. Mehrere Bauteile, etwa die massiven Türpfosten und Schwellen, Einzelvorstösse oder zwei fassadenbündige Deckenbohlen, sind von bauhistorischem Interesse.

Dass eine mittelalterliche Konstruktion so vollständig und unverändert überdauert hat, ist aussergewöhnlich. Das authentische Wohnhaus stellt eines der letzten spätmittelalterlichen Bauwerke im Schächental dar. Nach seiner Fertigstellung wurde die Stüssihofstatt von Bauernfamilien bewohnt. Im Jahr 1955 übernahm die im Ort ansässige Familie Arnold die Stüssihofstatt und vermietete sie bis 2010 als Wohnhaus. Nachdem die letzten Mieter ausgezogen waren, sollte die Stüssihofstatt abgerissen werden, was aber die Urner Denkmalpflege gemeinsam mit der Stiftung Ferien im Baudenkmal und der Unterstützung der Eigentümer verhindern konnte.

Das Baudenkmal blieb dem Dorfbild als kulturelles Erbe erhalten und ist mittlerweile im kantonalen Schutzinventar aufgeführt. Die im Juni 2014 abgeschlossenen Renovationsarbeiten liessen die Hofstatt neu erstrahlen. Ausgestattet mit modernen Küchen- und Sanitäreinrichtungen und ergänzt mit Schweizer Designklassikern entstand eine reizvolle Kombination aus Geschichte und Gegenwart.

Die Stüssihofstatt ist im Besitz der Stiftung Ferien im Baudenkmal.

Baukulturelle Besonderheiten

Die im Jahr 1450 erbaute Stüssihofstatt ist ein zweigeschossiger Blockbau mit flachem Satteldach über einem niederen Bruchsteinsockel. Der Bau entspricht dem Gotthardtypus mit Quergang und ist von beiden Traufseiten aus erschlossen. Dendrochronologische Untersuchungen haben aufgezeigt, dass sich die Stüssihofstatt von der Schwelle bis zum Firstbalken im Zustand des ursprünglichen Baus befindet. Für die im Jahr 2014 umgesetzte Renovation verantwortlich war der Architekt Hanspeter Odermatt, der diese in enger Zusammenarbeit mit der Urner Denkmalpflege und unter grösster Wahrung der historischen Bausubstanz umsetzte.

Bei der Restaurierung wurde der Charakter des Hauses soweit wie möglich erhalten. Dazu gehörte auch, vorhandene Spuren der Nutzung, wie zum Beispiel die ausgetretenen Böden oder den durch die offene Küche verrussten Korridor, zu erhalten. Die Atmosphäre der Urner Hofstatt sollte authentisch bleiben und die Geschichte des Hauses spürbar gemacht werden. Im Erdgeschoss wurden in der Stube und im Stipli die vorhandenen Täferwände und decken restauriert und beibehalten. Der geschwärzte Eingangs- und Küchenbereich wurde zu einem zweigeschossigen, grosszügigen, zentralen Raum geöffnet und zeigt sich heute wieder in seiner ursprünglichen Höhe. Von diesem Raum aus sind die moderne Küche und ein Schlafzimmer in der ehemaligen Kammer erschlossen.

Neben der ursprünglichen Treppe zu den östlich gelegenen Kammern – eine dient heute als Schlafzimmer, die zweite als Badezimmer – erschliesst neu eine zweite, steilere Treppe die beiden westlichen Kammern im Obergeschoss. Die Situation mit den beiden Veranden erscheint räumlich interessant und lässt die wieder herbeigeführte Höhe des Raumes spüren. Für die Instandstellung der Fassadenbekleidung und der Lauben mit dem Räiti wurde neues Holz verwendet, das mit dem historischen Baumaterial im Kontrast steht. Auf eine künstliche Verwitterung und eine Patina wurde jedoch absichtlich verzichtet. Die Eingangspartien mit den Treppenanlagen und den Brunnen dienen dem Zugang und der Umgebungsgestaltung und wurden ebenfalls wiederhergerichtet.

Informationen zum Ferienhaus

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  1. Grundriss Erdgeschoss
  2. Grundriss Obergeschoss

Die Stüssihofstatt wurde mit modernen Küchen- und Sanitäreinrichtungen ausgestattet und mit Schweizer Designklassikern ergänzt – unser herzlicher Dank gilt den Firmen Horgen Glarus und Lehni AG. Dabei entstand eine reizvolle Kombination aus Geschichte und Gegenwart. Für die Ausstattung war Karin Briefer von Selected Interiors verantwortlich.

Das Haus bietet ganzjährig Platz für bis zu acht Personen. Geheizt wird mit dem Holzofen im Ess- und Wohnraum und einem kleineren Tiba-Ofen in der Rauchküche. Die Deckenhöhe in der Stube und im Stipli beträgt ca. 1.8 Meter. Die westliche Galerie ist nur über eine steile Treppe zugänglich. Die Warmwasseraufbereitung ist mit dem Holzofen gekoppelt.

Die Stüssihofstatt ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Da die alte Raumstruktur weitgehend belassen wurde, ist das Haus nicht hindernisfrei. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass insbesondere die seit Jahrhunderten ausgetretenen Holzböden und die hohen Türschwellen eine gewisse Gefahrenquelle bergen.

Personen: 8 (plus ein Kind bis 2 Jahre)

Zimmer: 4 Doppelzimmer, Babybett und -stuhl auf Anfrage.

Saison: Ganzjährig

Kurzferien: Nebensaison, Ostern, Pfingsten und Auffahrt (mind. 3 Nächte)

Höhe: 1000 m ü. M.

Haustiere: Auf Anfrage erlaubt

ÖV: Die Bushaltestelle befindet sich in 50 m Entfernung vom Baudenkmal.

Parkplatz: Privater Parkplatz direkt beim Haus, nicht gedeckt. Die Zufahrt zum Haus ist gewährleistet.

Aussenbereich: Zwei gedeckte Lauben bieten Platz für einen Gartentisch und Stühle. Ebenfalls ist dem Haus ein Kiesplatz vorgelagert.

WLAN: Ist nicht vorhanden

Heizung: Das Haus wird durch zwei Öfen beheizt. Ein in den grossen Ofen integrierter Wassertank speist auch die Warmwasserzufuhr und die zwei Radiatoren im Badezimmer. Die Warmwasseraufbereitung ist mit dem Ofen gekoppelt.

Ofen / Cheminée: Holzofen im Ess- und Wohnraum und ein kleinere Tiba-Ofen in der Rauchküche

Küche: Schraubkaffee, Geschirrspüler und Fondue-Set sind vorhanden.

Extras: Das Stipli und das Wohnzimmer haben eine Höhe von nur 1.80 Meter. Im Haus befinden sich sehr steile Treppen. Wird das Haus nur für vier oder weniger Personen gemietet, ist die Miete tiefer. Die Böden bestehen aus Holz und Stein, weshalb wir gute Hausschuhe empfehlen.

Lage

Stüssihofstatt, 6465 Unterschächen

Lage

Unterschächen liegt in einer auf rund 1000 m ü. M. gelegenen Hochebene, die durch das Brunnital, das Schächental und die Klausenpassstrasse begrenzt wird. Das Schächental ist ein Seitental der Reuss im Kanton Uri. Seinen Namen verdankt es dem Fluss Schächen, der die Schmelzwasser der umliegenden Berge aufnimmt und sie zur Reuss und in den Vierwaldstättersee transportiert. Unterschächen liegt im hinteren Teil des Tals. Das Wohnhaus Stüssihofstatt befindet sich südlich des Schächens an der nach Westen verlegten Strasse ins Brunnital. Die Sicht vom Garten des Baudenkmals geht über Wiesen in das beeindruckende Brunnital, welches von schroffen Bergflanken eingekeilt wird.

Geschichte

Aufgrund von Flurnamen geht man davon aus, dass Unterschächen schon früh von einer romanischen Bevölkerung besiedelt wurde. Zwischen 600 und 700 n. Chr. wurde Unterschächen von Alemannen eingenommen. 1675 wurde die Ortschaft, zuvor in einem Verbund mit der Genossame Spiringen, eine selbständige Pfarrei und Gemeinde. Die Heilquelle, die bereits 1414 auf der rechten Seite des Brunnischächens entdeckt worden war, wurde im 17. und 18. Jahrhundert zum Heilbad ausgebaut. Leider wurde die Anlage aber 1811 wegen mangelnder Besucher wieder abgerissen. Die Heilwasser fliessen heute in die Gemeindewasserversorgung. Seit der Eröffnung der Klausenstrasse im Jahr 1900 ist die Berggemeinde für den Tourismus und Handel zugänglich.

Ausflüge

Unterschächen bietet im Winter wie im Sommer hervorragende Ausflugsmöglichkeiten. Gleich hinter dem Baudenkmal befindet sich ein 80 m langer Skilift. Das Skigebiet Ratzi, mit mehreren präparierten Pisten, erreicht man in sieben Autominuten vom Baudenkmal. Im Sommer verschafft man sich am besten auf der Badeinsel Lorelei im nahen Reussdelta Abkühlung oder man unternimmt eine Wanderung zum Stäuben-Wasserfall in Äsch. Wir empfehlen einen Ausflug in das Hinter Schächen, zur aus dem 19. Jahrhundert stammenden Bielen-Säge, die bis heute mit Wasserkraft angetrieben wird. Daneben befindet sich ein gemütlicher Rastplatz.