Engadinerhaus 2

, Scuol GR

Das Engadinerhaus steht im historischen Dorfkern von Scuol, nahe dem Platz Bügl Grond, wo aus dem Brunnen seit Jahrhunderten natürliches Mineralwasser sprudelt.

Verfügbarkeit

Ab (pro Woche)
1122.-
5 Personen
3 Schlafzimmer
Privatparkplatz auf Grundstück/Hofanlage
erlaubt
Buchen
Sie werden an unseren Partner e-domizil weitergeleitet, über deren Plattform Ihre Buchung abgeschlossen wird.
Unterstützen

Beschreibung & Geschichte

Bild
1
  1. Die Sonnenuhr an der Fassade des Engadinerhauses.

Das Engadinerhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist in seiner ursprünglichen Struktur weitgehend erhalten geblieben. Die Aussenmauern sind regionaltypisch aus Stein gebaut, die Decken und der Innenausbau bestehen aus Holz. Das Arventäfer und die alten Öfen mit den steilen Ofentreppen in die oberen Schlafzimmer vermitteln einen Eindruck, wie während Jahrhunderten im Unterengadin gelebt wurde.

Das wahre Alter des Hauses lässt sich am besten an der Kellerdecke erahnen deren verbaute Balken bestehen aus Baumstämmen bestehen, die mit der Axt geschlagen wurden. Nur wenige beherrschen heute noch dieses alte Handwerk.

1994 wurde mithilfe der Denkmalpflege und des einheimischen Architekten Jachen Canal eine vollständige Renovation des Baudenkmals durchgeführt. Dabei konnte die historische Bausubstanz weitgehend erhalten und, wo nötig, mit bestehendem Material ergänzt werden, wie beispielsweise mit eingesetzten Lärchenbrettern, die ursprünglich aus dem Kuhstall stammen. Nur vereinzelt wurden mit gezielten Eingriffen Erneuerungen eingebaut: So wurde im Obergeschoss eine zweite Wohnung eingerichtet und die neuen Badezimmer als eigenständige Elemente in die Räume hineingestellt.

Die neuen Teile versuchen sich nicht dem alten anzubiedern, sondern sprechen formal eine neue Sprache. 2009 erfolgte eine weitere sanfte Renovation, die den Eingangsbereich neu gestaltete und separate Eingänge zu beiden Wohnungen schuf. Gleichzeitig wurde das Haus mit hochwertigen Möbeln ausgestattet. Die alten Öfen wurden nachträglich elektrifiziert, damit ohne manuelles Einheizen ein optimales Klima gewährleistet werden kann.

Das Engadinerhaus befindet sich in Privatbesitz und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.

Baukulturelle Besonderheiten & restaurierung

Bild
1
  1. Die tief in rechteckigen Trichtern sitzenden Fenster mit Muldennischen in Empiremanier.

Das Engadinerhaus hat sich, wie die meisten Unterengadiner Bauernhäuser, aus einem einfachen, mittelalterlichen Vorgängerbau zum heutigen Baukomplex entwickelt. Am bestehenden Bau, einem behäbigen Kubus mit hinten angebauter Stallscheune, lassen sich verschiedene Modernisierungen ablesen: Der Kernbau des Wohnhauses stammt aus dem 17. Jahrhundert. Um 1800, in einer Zeit, in der besonders im Unterengadin neue Architekturströmungen Einfluss auf die Baukultur nahmen, bekamen die tief in rechteckigen Trichtern sitzenden Fenster Muldennischen in Empiremanier.

Damals waren die Fassaden reich dekoriert mit Fenstereinfassungen und Eckquadern in Sgraffitotechnik. Die Fensterveränderungen führten zur Teilzerstörung des Dekors, sodass man schon im 19. Jahrhundert beschloss, die Fassaden einheitlich weiss und später ockerfarbig zu kalken. Anfangs des 20. Jahrhunderts machte ein Umbau des Engadinerhauses die Scheune direkt von aussen aus zugänglich. Bis dahin konnte man das Haus, wie alle Engadinerhäuser, ausschliesslich über den Haupteingang betreten und vom Sulèr (Vorraum für die Erdgeschossräume) in die weiteren Anbauten wie Scheune, Stall und Wohnräume gelangen.

Aus dem gleichen Umbau stammen auch die vier übergrossen Fenster in der Mitte der strassenseitigen Fassade und das rechteckige Eingangstor anstelle des charakteristischen Rundbogens. Die beiden oberen Schlafkammern können wie früher nur über die kleinen, schmalen Treppen hinter dem Ofen erreicht werden.

Informationen zur Ferienwohnung

Bild
1
  1. Grundriss

Das Engadinerhaus verfügt über zwei separate Wohnungen für sechs (Engadinerhaus 1) und für fünf (Engadinerhaus 2) Personen, die auch zusammen gemietet werden können. Beide Wohnungen sind komfortabel mit neuer Küche und neuem Bad ausgestattet.

Die sorgfältige Inneneinrichtung mit zeitgenössischen Möbeln, die teilweise aus einheimischer Produktion stammen, trägt zur harmonischen und behaglichen Atmosphäre im Engadinerhaus bei. Scuol und das Unterengadin bieten sowohl im Sommer als auch im Winter vielfältige sportliche und kulturelle Möglichkeiten.

Das Engadinerhaus ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Da die alte Raumstruktur weitgehend belassen wurde, ist das Haus nicht hindernisfrei. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass insbesondere die seit Jahrhunderten ausgetretenen Holzböden und die hohen Türschwellen eine gewisse Gefahrenquelle bergen.

Personen: 5 (plus ein Kind bis 2 Jahre)

Zimmer: 2 Doppelzimmer, 1 Einbettzimmer, Babybett und -stuhl auf Anfrage.

Saison: Ganzjährig

Kurzferien: Ostern, Pfingsten und Auffahrt (mind. 3 Nächte)

Höhe: 1300 m ü. M.

Haustiere: Auf Anfrage erlaubt

ÖV: Mit dem Zug bis Scuol, ab Scuol Staziun verkehren Ortsbusse. Von der Haltestelle Bügl Grond sind es 200 meter bis zum Engadinerhaus.

Parkplatz: Der private Parkplatz befindet sich direkt beim Haus und ist nicht gedeckt. Die Zufahrt zum Haus ist gewährleistet. Im Winter kann es bei viel Schneefall vorkommen, dass die Strassen nicht gut passierbar sind. Winterreifen und Schneeketten sind dann von Vorteil.

Aussenbereich: Es steht Ihnen ein Aussenraum vor dem Haus zur Verfügung. Dieser wird gemeinsam mit den Gästen der Wohnung Engadinerhaus 2 genutzt.

WLAN: Ist vorhanden, ebenfalls ein Fernseher

Heizung: Zentralheizung, zusätzlich einzelne Heizlüfter in den Räumen vorhanden

Ofen / Cheminée: Die Öfen dürfen aus feuerpolizeilichen Gründen nicht eingefeuert werden, teilweise sind sie elektrifiziert.

Küche: Kapsel-Kaffeemaschine und Schraubkaffee mit Pulver, Geschirrspüler und Waschmaschine vorhanden.

Extras: Bei Bedarf können das Engadinerhaus 1 und das Engadinerhaus 2 zusammen gemietet werden und bieten dann Platz für 11 Personen. Das Engadinerhaus 1 hat zwei Schlafkammern im Obergeschoss, die nur über sehr steile Ofentreppen erschlossen sind. Die Böden bestehen aus Stein und Holz, weshalb wir gute Hausschuhe empfehlen.

lage

Dualatsch 136, 7550 Scuol

Lage

Das Unterengadin, rätoromanisch «Engiadina Bassa» genannt, mit dem Hauptort Scuol unterscheidet sich durch seine Enge und Wildheit vom Oberengadin. Bedingt durch seine geologische Lage dringen seit jeher Gase aus dem Erdinneren nach oben und vermengen sich mit dem Grundwasser. Die über 25 Mineralquellen im Umkreis von Scuol-Vulpera-Tarasp sind seit Jahrhunderten als Heilquellen bekannt. Die Ortschaft heisst seit 2000 offiziell Scuol und nicht mehr Schuls. Der Name Scuol soll vom lateinischen «scopulus» (Klippe, aufragende Bergspitze) stammen.

Geschichte

Die ältesten Siedlungsreste von Scuol wurden auf 1500 v. Ch. in der Bronzezeit datiert. Ursprünglich von den Räten besiedelt, wurde das Gebiet im Lauf der Zeit von verschiedenen Mächten beherrscht. 1078 wurde Scuol, damals Schulle genannt, erstmals urkundlich erwähnt. Bis ins 20. Jahrhundert lebte die Bevölkerung hauptsächlich von der Landwirtschaft. Als 1853 eine befahrbare Strasse durch das Engadin gebaut wurde, öffneten sich die bis dahin isolierten Bergdörfer dem Tourismus und Handel.

Ausflüge

Das Unterengadin ist nicht zuletzt seit dem Erfolg des Kinderbuches «Schällenursli» bekannt für seine sgraffitoverzierten Engadinerhäuser und die gelebten romanischen Traditionen. In Scuol lässt sich ein ereignisreicher Wandertag oder ein Skitag im nahen Skigebiet Motta Naluns am besten in den dorfeigenen Thermalbädern ausklingen. Im Sommer bietet der Schweizerische Nationalpark spannende Einblicke in die regionale Natur und Tierwelt. Wir empfehlen eine historische Dorfführung durch Scuol, bei der die regionaltypische Sgraffitotechnik auf den Fassaden erläutert wird.

Erleben